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Gartenbau

Der Agrarwirtschaftsbereich mit Landwirtschaft, Gartenbau, Fischerei, Forstwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung bleibt eine wesentliche Säule regionaler Wirtschaft. Er ist unerlässlich, um Natur und Kulturlandschaft als Einheit zu erhalten sowie Arbeitsplätze und Einkommen im ländlichen Raum zu sichern. Der Gartenbau in Brandenburg hat eine langjährige Tradition. Es bestehen jedoch auch für diesen Bereich ernst zu nehmende Gefahren, die aus der bisherigen Entwicklung der Liberalisierung der Weltagrarmärkte erwachsen.
Der Anteil des Gartenbaus an der Wertschöpfung der pflanzlichen Produktion liegt bei ca. 20 % und unterstreicht mit der nahezu unveränderten Anzahl von ca. 19.800 Arbeitskräften, die besonders in den gärtnerischen Dienstleistungsbereichen wie GaLa-Bau, Floristik und Friedhofsgartenbau beschäftigt sind, seine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für Brandenburg. Darüber hinaus hat der Dienstleistungs- und Produktionsgartenbau einen hohen Stellenwert bei der Sicherung von Ausbildungsplätzen, mit ca. 24 % aller landwirtschaftlich-gärtnerischen Ausbildungsverhältnisse.
Der Anbau von Freilandgemüse zum Verkauf nimmt stetig zu und liegt jetzt bei ca. 6.236 ha. Darin enthalten sind auch noch im Ertrag stehende Spargelanlagen (608 ha). Bedeutendste Gemüsekulturen im Erwerbsanbau sind der Spargel (1.769 ha im Ertrag), Möhren und Karotten (934 ha), Gurken 8677 ha), Frischerbsen (546 ha) und Grüne Pflückbohnen (428 ha). Die Baumobstanbaufläche verringerte sich von 1997 zum Jahr 2002 um 517 ha und liegt jetzt bei 2.806 ha. Dominierend ist nach wie vor die Obstart Apfel, die mit 1.484 ha über die gesamte Hälfte der Fläche einnimmt.
Der Gesamtertrag von Baum- und Beerenobst im Marktobstanbau betrug 2002 37.000 t und sank damit um 16 % im Vergleich zum Vorjahr. Neben den ungünstigen Witterungsverlauf ist die zunehmende Überalterung der Baumobstbestände die Ursache.
Im Bereich der Zierpflanzen und Baumschulen blieb 2002 das Preisniveau gegenüber dem Vorjahr im Sortiment fast unverändert. Dem gegenüber setzte sich 2002 ein geringer Preisanstieg bei Leitartikeln (Pelargonien, Fuchsien, Petunien) durch. In den Landkreisen Elbe-Elster und der Prignitz waren Betriebe direkt von Überschwemmungen betroffen, so dass bei Zierpflanzen, Stauden und Baumschulgehölzen teilweise erhebliche Pflanzenverluste auftraten und Hof- und Verkaufsflächen geschädigt wurden.
Als wichtiger Bestandteil der gemeindlichen Erholungs- und Grünflächen kommt dem Kleingartenwesen nicht nur eine gesellschaftliche und soziale Funktion zu, sondern auch eine wichtige stadtökologische. Der Landeverband Brandenburg der Gartenfreunde e.V. besteht aus 72.000 Kleingärten, die in 1.361 Vereinen und ca. 32 Kreis-, Bezirks- und Regionalverbände organisiert sind. Die PDS-Landtagsfraktion wendet sich gegen eine Politik, die zu immer mehr Gebühren- und Beitragsbelastungen bei Kleingärtnern führt. Schließlich leisten sie doch einen wesentlichen Beitrag für Gesunderhaltung, Umwelt und Versorgung. Dazu sind zur Veränderung des Kommunalen Abgabengesetzes Anträge eingebracht worden, die durch die Regierungsfraktionen abgelehnt wurden.

Die PDS – Landtagsfraktion setzt sich für eine Agrarpolitik ein, die es Brandenburger Gärtnerinnen und Gärtner erlaubt, ihre Zukunftschancen als Produzenten von Nahrungsgütern und als Dienstleister für die Bewahrung und Gestaltung der verschiedenartigen Kulturlandschaften uneingeschränkt wahrzunehmen. Ökologisch verträglich, sozial verantwortlich und wirtschaftlich effizient!
Die potentielle Wachstumsbranche Gartenbau ist auch zukünftig durch Landesmittel zur Entwicklung einer effizienten marktgerechten Produktion zu unterstützen. Dazu gehört die Förderung von Bewässerung, Energieeinsparung, Reproduktion der Obstanlagen sowie Hilfe bei der Fremdkapitalbeschaffung und optimalen Absatzbündelung in schlagkräftigen Erzeuger- und Absatzorganisationen. Der Berlin-Markt muss stärker erschlossen werden.